Eva Matysiak: Famulatur in der Apotheke Engel PDF Drucken E-Mail
Ich studiere Pharmazie im 2. Semester. Während meiner Ausbildung ist ein 8-wöchiges Praktikum erforderlich. Die Famulatur ist vor der Meldung zum ersten Abschnitt der pharmazeutischen Prüfung unter der Leitung eines Apothekers ganztägig abzuleisten. Mindestens 4 Wochen der Famulatur sind in einer öffentlichen Apotheke durchzuführen. Die restliche Zeit kann man z.B. in einer Krankenhausapotheke oder in der pharmazeutischen Industrie verbringen. In diesem Praktikum erhalte ich einen Einblick in die Organisation und Betriebsabläufe sowie in die Rechtsvorschriften für Apotheken. Außerdem mache ich mich mit den pharmazeutischen Tätigkeiten und der Fachsprache vertraut. Hier meine Erfahrungen und einige Beispiele aus dem Rechtssystem einer Apotheke: In der öffentlichen Apotheke hat der Apothekenbesitzer die Apotheke persönlich zu leiten. Die Leitung kann auch durch mehrere qualifizierte Personen (Apotheker) in der Rechtsform einer offenen Handelsgesellschaft erfolgen. Dies ist in der Apotheke Engel allerdings nicht der Fall. Wie ich erfahren habe ist es überhaupt nur eine seltene Konstellation. Während ich die Gesetzestexte studierte fielen mir zwei Verordnungen besonders ins Auge. Diese möchte ich kurz erwähnen:
1. Die Apothekenbetriebsordnung, welche den Einsatz des Apothekenpersonals, die Anforderungen an die Größe und Ausstattung sowie die Durchführung der pharmazeutischen Tätigkeiten regelt. Hierzu zählen u.a. Rezeptur und Defektur, die Abgabe von Arzneimitteln und die Beratung von Kunden durch pharmazeutisches Personal.
2. Die Betäubungsmittelverschreibungsverordnung, welche den korrekten Umgang und die Abgabe der Betäubungsmittel vorgibt. Wie ich erfuhr ist die Handhabung mit Betäubungsmitteln so streng, dass das Rezeptformular aus einem dreifachem Durchschlag besteht. Nämlich: Ein Durchschlag bleibt bei dem verschreibenden Arzt, ein Durchschlag verbleibt in der Apotheke und der dritte Durchschlag geht zur Abrechnung an die Krankenkasse.
 
   
   
Da ich erst am Anfang meines Studiums stehe, durfte ich nur meinem Kenntnisstand entsprechend eingesetzt werden.
Ich überprüfte z.B. Haltbarkeitsdaten der Medikamente ferner aktuallisierte ich das Warenlager, denn es sollte immer an die Jahreszeiten angepaßt sein, d.h. im Winter müssen vermehrt Grippearzneien und in der Heuschnupfenzeit Antiallergika vorrätig sein.
Das Arbeiten im Labor hat am meisten mit meinem derzeitigen Studiumsabschnitt zu tun und ist für mich der interessanteste Platz in der Apotheke. Dort durfte ich unter Aufsicht verschiedene Salben und Cremes anrühren. Durch das Mischen und Abwiegen diverser Teesorten konnte ich auch ein wenig die lateinischen Fachausdrücke der Teedrogen erlernen.
Das Praktikum hat mir gut gefallen, es entsprach meinen Vorstellungen und ich könnte mir gut vorstellen nach meinem Studium in einer öffentlichen Apotheke zu arbeiten. Deshalb möchte ich, wenn es möglich ist für meinen zweiten Teil der Famulatur wiederkommen.
Von Eva Matysiak, Studentin der Pharmazie, erster Prüfungsabschnitt, Ludwig Maximilian Universität München