Würmer gegen Heuschnupfen PDF Drucken E-Mail
»In Ländern, in denen viele Menschen von Parasiten wie zum Beispiel Würmern befallen sind, treten deutlich seltener Allergien und Asthma auf«, sagte Professor Dr. med. Eckard Hamelmann in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. März 2011. Das Immunsystem benötigt manche Würmer oder Keime, um für eine normale Funktion zu trainieren, so seine wissenschaftliche Hypothese. In westlichen Industrienationen fehlen dem menschlichen Immunsystem häufig diese Trainingspartner. Aus diesem Grund reagieren womöglich viele Menschen auch bei Kontakt mit harmlosen Stoffen mit einer Abwehrreaktion.
Einige Studien zu Würmern, die vor Allergien schützen könnten, gibt es bereits, weitere sind geplant, zum Beispiel mit Wurmeiern des Schweinepeitschenwurms. »Aus den Eiern schlüpfen im menschlichen Darm Larven, die mit dem Kot ausgeschieden werden, ohne den Wirt zu befallen«, erläutert Hamelmann. Oder mit einem Eiweißstoff des Wurms, dem Cystatin. »Wir möchten Cystatin mit einer spezifischen Immuntherapie kombinieren und herausfinden, ob sich deren Wirksamkeit dadurch verbessert.«

Ein Sachverhalt liegt dem Mediziner dabei besonders am Herzen: »Wir wollen keinesfalls propagieren, dass es wieder mehr Wurminfektionen und weniger Hygiene geben muss«, erläuterte er. »Wir wollen auf intelligentem Wege herausfinden, was früher das Immunsystem so stimuliert hat, das sich bestimmte Krankheiten deutlich seltener entwickeln konnten.« Vor Selbstversuchen mit Wurmangeboten aus dem Internet kann Hamelmann nur warnen. Dasselbe gilt für »Partys«, auf denen Kinder sich explizit mit Krankheiten infizieren wollen.
 

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