Gesund in Dur und Moll PDF Drucken E-Mail
Singen baut Stress ab und stärkt die körpereigene Abwehr. Konkret: Es vermindert die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol und sorgt für eine vermehrte Bildung von Immunglobulin A, einem wichtigen Teil des Immunsystems. Musik nur zu hören entfaltet diese Wirkungen allerdings nicht. Das berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober 2010. Sie beruft sich dabei auf Untersuchungen des Instituts für Musikpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Entscheidende Veränderungen spielen sich auch im Kopf ab. Dort sorgt Singen für Wohlbefinden, indem es das Belohnungssystem aktiviert. Außerdem schüttet der Körper dabei vermehrt das Hormon Oxytocin aus. Die Substanz steigert die Gedächtnisleistung und das soziale Miteinander. Gleichzeitig vermindern sich beim Singen jene Hormone, die aggressiver machen.

Was man singt, spielt für die Gesundheit keine Rolle. "Wichtig ist nur, dass wir mit dem Gesungenen etwas Positives verbinden", erklärt Professor Dr. Bernhard Richter vom Freiburger Institut für Musikermedizin. Und: Wer schon als Kind mit dem Singen beginnt, profitiert am meisten davon. "Das ist wie Sport treiben. Wer nur im Sessel sitzt, wird keine sportliche Figur bekommen", sagt Richter. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei jungen Menschen die Stimmbänder verkümmern, wenn diese sie nicht benutzen.