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Erinnerungen nicht verlässlich |
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"Das Gedächtnis ist keine Computerdatei, die man öffnet und im selben Zustand wieder schließt. Unsere Erinnerungen werden bei jedem Aufrufen neu zusammengesetzt." Das erklärt der Philosophieprofessor Dr. Thomas Metzinger, Mainz, in der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. April 2010.
Erinnerungen beinhalten zwar grundlegende Dinge wie Form und Farbe, Geräusche und Gerüche, sie sind aber auch mit komplexen Gefühlen wie Freude, Scham oder Ärger verbunden. Von einem Ereignis verbleibt ein Eindruck, eben eine Erinnerung, die jedoch bereits eine Auswahl darstellt.
Metzinger: "Die Re-Präsentation – also Vergegenwärtigung – einer Erinnerung geschieht immer in bestimmten Kontexten. Ich befinde mich in einem veränderten Körper, in einer anderen hormonellen sowie sozialen Situation. Bereits das Aufrufen der Erinnerung verändert sie. Das Muster, das danach gespeichert wird, ist jedes Mal ein bisschen anders." Auch das Selbstbild beeinflusst das biografische Gedächtnis. So kann der eigene Misserfolg, etwa bei der Jagd, durchaus ein Handicap bei künftigen Beutezügen sein. Die Umdeutung von Ungeschick in Jagdpech, verbunden mit der festen Überzeugung, ein hervorragender Jäger zu sein, verspricht jedoch mehr zukünftigen Erfolg als eine verzagte Herangehensweise.
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