Bitte keine spezielle Krebsdiät! PDF Drucken E-Mail
Die Universitätsklinik Frankfurt am Main hat eine Beratungsstelle für Krebspatienten eingerichtet, die über unterstützende Maßnahmen neben der Krebstherapie informiert. Dies soll Patienten helfen, sinnvolle von unnützen Maßnahmen zu unterscheiden. Darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Oktober 2010.
Zweifelhafte Mittel können Patienten oft schon durch einfache Hinweise identifizieren. "Zum Beispiel, wenn das Mittel angeblich viele Patienten geheilt hat, die von ihren Ärzten 'aufgegeben worden seien'", erläutert Dr. med. Jutta Hübner, Leiterin der Ambulanz für Komplementäre Onkologie um Universitären Centrum für Tumorerkrankungen der Universitätsklinik Frankfurt am Main. "Oder wenn das Mittel auch gegen viele andere Krankheiten wirken soll oder wenn es sehr teuer ist." Sie rät zudem entschieden davon ab, Kräutermischungen von unklaren Quellen im Internet zu bestellen. "Die können hoch problematisch mit Schwermetallen, Pestiziden oder anderen Giftstoffen verseucht sein."

Auch was eindeutig nützliche komplementäre Maßnahmen angeht, muss die Expertin nicht lange überlegen: "Sport und Bewegung. Die helfen in jeder Lebenslage. Das haben viele Studien gezeigt." Genauso bewertet sie gesunde Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist. "Aber bitte keine speziellen Krebsdiäten!" Diese seien oft zu einseitig. Wer keine Möglichkeit hat, sich über komplementäre Mittel beim Krebsmediziner beraten zu lassen, dem empfiehlt sie den Gang in die Apotheke. "Der Apotheker kennt die gesamte Medikation und kann zumindest feststellen, ob ein Wechselwirkungsrisiko oder Nebenwirkungen zu erwarten sind. Internetportale oder Drogeriemärkte können das nicht leisten."
 

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