Arzneimittel wirken im Alter anders PDF Drucken E-Mail

 Beruhigende Medikamente wirken im Alter oft stärker, Betablocker dafür schwächer. Geriatrische Pharmazie heißt der neue Bereich der Weiterbildung für Apotheker, bei der man auf die speziellen Anforderungen und Risiken der häufig umfangreichen Arzneimitteltherapie älterer Menschen geschult wird. Dies erklärt die zuständige Geschäftsführerin für Pharmazie bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Dr. Christiane Eckert-Lill, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. September 2010.


Oftmals kennt ein Arzt die Verschreibungen eines Kollegen nicht. Oder es werden Krankenhausverordnungen weitergeführt, ohne dass der Patient diese noch benötigt. "Schnittstellenproblematik" nennt dies Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein und Mitinitiator der geriatrischen Pharmazie. Die Komplikationen bei Senioren können vielfältige Ursachen haben: Gewichtsabnahme, eingeschränkte Funktion von Leber oder Nieren. Arzneistoffe können sich so im älteren Organismus mitunter bis zu einer schädlichen Konzentration anreichern.

Bevor wegen scheinbar harmloser Beschwerden wie Schwindel weitere Arzneimittel verordnet oder ein Medikament einfach abgesetzt wird, raten Apotheker, mögliche unerwünschte Wirkungen der verordneten Arzneimittel gezielt unter dem Gesichtspunkt "älterer Patient" zu prüfen. "Wir wollen Ärzten nicht ins Handwerk pfuschen oder sie gar bevormunden", erläutert Engelen, "nur einbringen, was unsere spezielle Kompetenz ist."
 

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