Zukunftskonzept von Arzt und Apotheker PDF Drucken E-Mail
Bald könnte es soweit sein: Der Arzt hat mehr Zeit für seine Patienten und weniger ­Bürokratie. Es geht wieder vorrangig um die richtige Therapie und weniger um den ­Arzneimittelpreis. Und Sie werden von Arzt und Apotheker bezüglich Ihrer Arzneimittel und der möglichen Nebenwirkungen viel exakter und ausführlicher aufgeklärt. Möglich werden soll das durch ein gemeinsames Zukunftskonzept von Arzt und Apotheker. ­Führende Apotheker und Ärzte der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) stellten es im April auf einer viel ­beachteten Pressekonferenz vor. Gedacht ist an die Zusammenarbeit von einem Arzt und einem Apotheker. Der Arzt verordnet den Wirkstoff, der Apotheker darf dem Patienten dann immer »sein« Arzneimittel geben. Kein Chaos mehr aufgrund von Rabattverträgen einzelner Kassen mit wechselnden Herstellern. Dazu bekommt der Patient einen Medikationsplan. Und er erhält intensive Aufklärung über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, auch mit solchen Medikamenten, die er sich selbst dazu kauft. Bei Langzeitbehandlungen liegt die Einnahmetreue für die verordneten Arzneimittel nur bei 50 Prozent, erklärte auf der Pressekonferenz der KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. Je mehr Arzneimittel der Patient einnehmen müsse, desto größer sei außerdem das Risiko arzneimittelbezogener Probleme, ergänzte der Prä­sident der Apothekerschaft Heinz-Günter Wolf. Weshalb sich das neue Konzept auch ­bewusst an Menschen richte, die mehr als fünf Medikamente am Tag einnehmen müssten.

Wenn Arzt und Apotheker die kontinuierliche Betreuung gemeinsam übernehmen, ­lassen sich Arzneimittelrisiken besser vermeiden. Diese Tatsache und die verbesserte ­Thera­pietreue führten am Ende zu gesünderen Menschen, weit weniger Krankenhausein­weisungen und weniger Arzneimittelverordnungen. Wenn das Zukunftsprojekt komplett umgesetzt ist und nur ein Drittel aller in Frage kommenden Menschen mitmacht, kann die gesetzliche Krankenversicherung schon runde zwei Milliarden Euro sparen.

Dieses Zukunftskonzept soll Eingang finden in das neue Versorgungsgesetz und das Sozialgesetzbuch. Damit hätte dann der Patient Anspruch auf derart intensive Betreuung.

Gesundheit braucht Fachleute. Deshalb: Fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker. Und ­bleiben Sie gesund mit uns. Das wünscht Ihnen

Jutta Petersen-Lehmann
Chefredakteurin der Neuen Apotheken Illustrierten
 

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