Spielball der Politik PDF Drucken E-Mail
Als Spielball der Politik fühlen sich die Apotheker oft. Zum Beispiel Friedemann Schmidt in Leipzig, der Vizepräsident der Apotheker-Standesorganisation. Die allermeisten seiner Kunden kommen mit einem Kassenrezept. Wird durch eine weitere Gesundheitsreform an den Arzneimitteln gespart, fühlt er das in seiner Apotheke unmittelbar. Am fehlenden Umsatz, aber auch an den vielen Fragen seiner Kunden. Das entgegnete er Gesundheitspolitikern auf dem Podium des diesjährigen Apothekertages in München.
Der Apotheker hat keine Möglichkeit, sich auf die neuen Spargesetze vorzubereiten oder gegenzusteuern. Deshalb forderte er wie viele seiner Kollegen Fairness und Augenmaß bei den Einsparmaßnahmen. Marktgerechte Reaktionen, etwa die Entlassung von Personal oder die Ausweitung seines Sortimentes beispielsweise eher auf Drogerieprodukte, kommen für Schmidt nicht infrage. Denn er macht nicht Vertrieb, sondern Versorgung der Patienten mit Medikamenten, betonte er. Er interessiert sich eben für Menschen und gute Arzneimittel. Das macht ihn glaubwürdig für seine Patienten. So wie ihm geht es vielen Apothekern.

Immer wieder heißt es, alle Beteiligten im Bereich Gesundheit säßen in einem Boot, alle müssten zum Sparen beitragen. »Ja«, sagte Schmidt in München, »aber wir Apotheker haben das Gefühl, wir sitzen immer im Maschinenraum des Schiffes und liefern den Treibstoff fürs Sparen.«

Am meisten spare man, wenn man den Apotheker in die Lage versetze, die Arzneitherapie der Patienten dauerhaft zu begleiten, die Patienten zu beraten und ihre Fragen zu beantworten, was auch zur besseren Einnahmetreue führe. Damit die Menschen gesund werden und bleiben können.
 

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