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Keine Pillen Aus der Pommesbude |
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Ein Imbissstand, der Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente einsammelt. Rechtlich ist das in Deutschland möglich. Aus pharmazeutischer Sicht unmöglich, findet Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Der oberste deutsche Apotheker schüttelt den Kopf, wenn er daran denkt, dass eine Imbissbude Rezepte für Medikamente einsammelt. Pick-up nennen dies die Fachleute. Eigentlich wollte die Politik solche Auswüchse verhindern. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sah sogar vor, diesen Vertriebsweg zu verbieten. In neuen Entwürfen steht dies nicht mehr drin. Obwohl viele Politiker Wolf versichern, dass sie seine Probleme verstehen. Aber es passiert nichts. "Wer die Schlupflöcher nicht will, muss sie stopfen", forderte er auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag in München.
Was versteckt sich hinter dem Begriff Pick-up? Patienten geben ihr Rezept an einer Sammelstelle ab. Dies muss keine Apotheke sein. Wolf: "Drogeriemarkt, Tankstelle oder Pommesbude dürfen die Rezepte einsammeln." Pharmazeutisches Wissen – Fehlanzeige. Diese Sammelstelle schickt die Rezepte an eine Versandapotheke weiter, die sich meist in einem anderen EU-Land befindet.
Heute Foto, morgen Arzneimittel
Aus den Augen, aus dem Sinn – so kann man Dr. Sebastian Schmitz, Geschäftsführer der ABDA, interpretieren. "Beratung kann man dem Patienten natürlich nicht gewaltsam aufdrängen", erläuterte er auf dem diesjährigen Apothekertag. "Beratung kann man nur anbieten und sie nur leisten, wenn man Gelegenheit hat, den Patienten zum Fragen und zum Zuhören zu bringen." Bei Pick-up-Stellen sei dies nicht möglich. Wie auch, wenn der Patient sein Rezept wie seine Fotobestellungen im Umfeld der Waren eines Drogeriemarktes abgibt und Tage später im gleichen Umfeld auch wieder abholt. "Er nimmt auf Dauer nicht mehr wahr, dass im Hintergrund eine Apotheke agiert." Eine gesundheitsgefährdende Verharmlosung finden Experten wie Schmitz. Das Risiko von Medikamenten und ihrer möglichen Nebenwirkungen rückt in den Hintergrund.
Auch die Pharmaindustrie sieht diesen Vertriebsweg kritisch. "Wir unterstützen die Apotheken ausdrücklich beim Verbot der Pick-up-Stellen", betonte Hans-Georg Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller. "Wir setzen auf die Apotheken als Vertriebsweg unserer apothekenpflichtigen Produkte." Gerade für die richtige Anwendung dieser Arzneimittel sei die Möglichkeit zur persönlichen und vertrauensvollen Beratung wichtig.
Datenlecks und Datensammler
Einen weiteren Kritikpunkt sieht die ABDA beim Thema Datenschutz. Die Pick-up-Stellen arbeiten fast immer
mit ausländischen Versandapotheken zusammen. Andere Länder, andere Sitten. Dort gelten nicht die gleichen hohen Datenschutzbestimmungen wie in Deutschland. Leichtes Spiel für Datensammler. Patientenname, Arzt, verschriebene Medikamente in einer Kundendatei – das Horten von sensiblen Patientendaten ist keine Seltenheit.
Datenlecks sind sogar schon bei den -Pick-up-Stellen in Deutschland ein -Problem. Dies zeigt das Beispiel eines Drogerie-Discounters, der Rezepte von seinen Kunden einsammelt. Wolf: "150000 -Patientendaten und vier Millionen E-Mail-Adressen standen bei diesem Unternehmen offen." Im Internet und für -jedermann.
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