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Heute der Strom, morgen die Medikamente? |
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Bei den Stromkonzernen kennen es die meisten Verbraucher: wenige Anbieter, hohe Preise. Das gleiche droht bei den Arzneimitteln, warnt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Apothekenschließungen und eine Ausdünnung der flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln. Dies befürchtet Heinz Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesverei-nigung Deutscher Apothekerverbände. Hintergrund: Die Bundesregierung plant, die Vergütung des pharmazeutischen Großhandels zu senken. Eine finanzielle Belastung, die diese komplett an die Apotheken weitergeben wollen.
Mit dramatischen Folgen. Wolf: "Dieses geplante Gesetz belastet die Apotheken jährlich mit 500 Millionen Euro." Zu viel, findet der niedersächsische Apotheker. Sparvorschlägen zeigt er sich nicht generell abgeneigt. Wolf kritisiert aber, dass die Politik nur bei den Apothekern kürzen möchte. "Ärzte und Krankenhäuser bekommen ab dem kommenden Jahr sogar mehr Geld. Jeder Apotheke gehen, falls die Politik ihre Pläne umsetzt, ab 2011 dagegen durchschnittlich 23000 Euro im Jahr verloren!" An den Mitteln, die die gesetzlichen Krankenkassen für die Apotheken aufwenden müssen, kann es nicht liegen. Diese sinken seit Jahren. Wolf: "Der Apothekenanteil an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen liegt nur bei 2,6 Prozent. Weniger als die Kassen allein für ihre Verwaltungskosten ausgeben."
Kontrolle durch Konzerne
Sollte der Bundestag das Gesetz wie geplant umsetzen, hätte man die gleiche Situation wie in der Energieversorgung, glaubt Wolf. "Die breitgefächerte Versorgung der Apotheken würde platt gemacht, Konzerne würden die Versorgung auf allen -Ebenen kontrollieren. Es würde teuer und schlechter." Grund für die ABDA, gegen diese Kürzungspläne zu protestieren.
Auf dem diesjährigen Apothekertag in München startete sie ihre Kampagne "Stoppt den Raubbau an der Apotheke!"
Doch wo soll gespart werden? Dies wollte die ABDA von 1000 repräsentativ befragten Deutschen wissen. An erster Stelle nannten die Bundesbürger die Pharmahersteller, gefolgt von Pharma-Handelskonzernen und Krankenkassen. Fast neun von zehn Befragten möchten dort den Rotstift ansetzen. Bei Apothekern und Ärzten würden gerade einmal fünf Prozent sparen wollen.
Vier von fünf Befragten erwarten, dass das Patientenwohl bei Pharma-Handelskonzernen nicht mehr im Vordergrund stünde. Ähnlich die Befürchtungen angesichts der Qualität der Versorgung: Hier glaubt ein Drittel, dass sich das Apothekenangebot verschlechtern würde. Negativ auch die Prognosen für die Qualität der Versorgung im ländlichen Raum. Dort befürchtet ein gutes Drittel eine Wende zum schlechteren.
Apotheken: Note "Gut"
Mit den Apotheken zeigen sich die befragten Patienten -dagegen zufrieden. Die große Mehrheit schätzt den Not- und Botendienst, die flächendeckende Versorgung und den Schutz vor Arzneifälschungen. Dies spiegelt sich auch in Schulnoten wider. "Gut" lautet das Urteil für die derzeitige Ver-sorgung mit Arzneimitteln durch die Apotheke, 2,1 lautete im Durchschnitt ihre Bewertung. Bei Befragten jenseits der 60 Jahre schnitten die Pharmazeuten noch besser ab. Sie -bewerteten die Apotheken mit der Note 1,9.
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