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Gesundheitsrisiken Richtig Einschätzen |
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Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, an Leukämie zu erkranken oder auf ein Medikament allergisch zu reagieren, ist tatsächlich sehr, sehr klein. Auch wenn sensationelle Medienberichte sie großreden. Und genau das ist das Dilemma.
Die Medien machen Stimmung. Die Diskussion um die Schweinegrippe im Winter 2009/2010 und die daraus entstandene Hysterie ist ein Paradebeispiel dafür, wie mit den Ängsten der Menschen gespielt wird. In regelmäßigen Abständen meldeten sich selbsternannte Experten in Radio, Zeitung oder Fernsehen zu Wort, die mit einer gefährlichen Mischung aus medizinischem Halbwissen und Naivität erst die Verunsicherung in der Bevölkerung geschürt haben. Da wurde die Bedrohung durch die Schweinegrippe mal über- und mal untertrieben oder Verstärker in Impfstoffen schlecht geredet, die bereits seit Jahren auf dem Markt sind.
Tatsächlich hatte der für die neue Grippeform verantwortliche Erreger, das H1N1-Virus, das Potenzial, rund um den Globus viele massive Erkrankungs- und auch Todesfälle mit sich zu bringen. Dass seine Schlagkraft verpuffte, konnte man anfangs nicht absehen. Experten, die sich mit der Materie auskennen, haben das immer wieder betont.
Streitthema Impfungen
Überhaupt scheinen Impfungen ein Thema zu sein, auf dass Menschen sehr emotional reagieren. Doch was ist dran an den angeblich unkalkulierbaren Nebenwirkungen, die eine Impfung mit sich bringt? Es ist unbestritten, dass Impfstoffe Nebenwirkungen haben. Im Jahr 2005 wurden rund 44 Millionen Impfstoffdosen in Deutschland verkauft. Von den rund 1.400 vermuteten Impfkomplikationen in diesem Zeitraum konnte eine ausführliche Analyse nur bei fünf Geimpften eine dauerhafte gesundheitliche Störung nachweisen, die allem Anschein nach durch die Impfung ausgelöst wurde. Alle anderen Nebenwirkungen waren vorübergehender Natur; die Impflinge reagierten beispielsweise mit Fieber. Diese Zahlen sprechen eine andere Sprache als Sensationsmeldungen, die zum Beispiel den plötzlichen Kindstod Impfungen zuschreiben.
Irritierende Beipackzettel
Auch der Beipackzettel von Medikamenten trägt mitunter zur Verunsicherung der Patienten bei. Oft irritieren die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen. Das Risiko, eine bestimmte Arzneimittelnebenwirkung zu bekommen, wird in der Regel zu hoch eingeschätzt. In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Febrauar 2011 finden Sie eine Tabelle, die diese Angaben ins rechte Licht rückt.
Um sich über ein Gesundheitsthema oder eine Krankheit eine Meinung bilden zu können, informiert man sich besser bei neutralen Stellen wie beim Apotheker aus der Stammapotheke, beim Hausarzt des Vertrauens oder auch über seriös und objektiv berichtende Zeitschriften wie die Neue Apotheken Illustrierte. Auch die jeweils zuständigen Bundesinstitute sind eine gute Anlaufstelle. Im Fall der Schweinegrippe oder anderer Infektionskrankheiten sind das etwa das Robert-Koch- und das Paul-Ehrlich-Institut, also die in Deutschland maßgeblichen Institute für Infektionen und Impfstoffe.
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