Gastbeitrag von Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA: Das höchste Gut: Gesundheit. PDF Drucken E-Mail
Das bedeutet viel Verantwortung auch für Apotheker.

Wenn Menschen gefragt werden, was für sie das höchste Gut ist, dann antworten die meisten: Gesundheit! Das gilt auch dann, wenn in Krisenzeiten die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, auch um die wirtschaftliche Entwicklung hinzukommt. Trotzdem ist die Gesundheit dem Einzelnen das Kostbarste. In Deutschland hat man in den vergangenen Jahrzehnten diesem Grundempfinden der Bevölkerung Rechnung getragen. Und man hat sich nach den Wünschen der Deutschen gerichtet. Daraus resultiert ein Höchstmaß persönlicher Verantwortung für all diejenigen, die sich mit der Gesundheit der Menschen und auch mit den Kranken befassen. Neben Ärzten und Klinikpersonal sind dies eben auch Apothekerinnen und Apotheker. Der Europäische Gerichtshof hat kürzlich in einem Grundsatzurteil festgestellt, dass es in der Verantwortung der EU-Mitgliedsstaaten liegt, auf welchen Grundlagen die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung ausgerichtet sein soll. Konkret bedeutet dies für die deutschen Patienten und Apothekenkunden: Auch in Zukunft sichert die frei- und heilberufliche Ausrichtung der Apotheke eine von Konzerninteressen unabhängige Versorgung.

Rund 21 600 Apotheken mit mehr als 145 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beraten und begleiten rund vier Millionen Menschen täglich. Die Versorgung gilt weltweit als beispielhaft und ist zum Vorbild für viele andere Länder geworden. Damit nicht genug: Die Versorgung durch viele Tausend selbstständige Apothekenleiter erweist sich als krisenfest. Während Konzerne Tausende Menschen entlassen, um die Erträge für ihre Eigentümer zu sichern, wird die Versorgung mit Arzneimitteln durch die atomistische Struktur erst recht gefestigt. Der Wettbewerb findet deshalb nicht zwischen großen von unpersönlichen Kapitalkräften gesteuerten Ketten statt, sondern zwischen den Apotheken untereinander. Patienten und Kunden können selbst wählen, welcher Apotheke sie vertrauen. Es ist ein Wettbewerb um die beste Versorgung, um die beste Qualität und zuweilen auch um den besseren Preis.

Die Entscheidung der europäischen Richter stellt klar, dass die Gesundheitsversorgung nicht den freien und zuweilen radikalen Marktkräften unterliegen darf. Es darf nicht darum gehen, dass Patienten möglichst viel in Apotheken kaufen, möglichst viele Arzneien konsumieren. Medikamente sind Güter der besonderen Art, mit Risiken und Nebenwirkungen. Deshalb sind die unabhängigen Apotheken auch in Zukunft ein wichtiger Schlüssel für eine exzellente und flächendeckende Arzneimittelversorgung.

Apotheker Heinz-Günter Wolf
Präsident der ABDA – Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände
 

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