Die Tricks auf Kaffeefahrten PDF Drucken E-Mail
Völlig überteuerte Vitaminpillen, wirkungslose "Schmerzmittel", verbotene Werbemaßnahmen – manche Veranstalter von Kaffeefahrten verkaufen nicht nur Rheumadecken und Wärmekissen, nein, sie mischen auch in übler Weise im Heilmittelmarkt mit. Arzneimittel keine übliche Ware

Nicht nur teuer sondern auch gesundheitsschädlich kann es werden, wenn es sich um Arzneimittelangebote handelt. Über 1000 Euro für eine Vitaminmischung, bei der sich später herausstellt, dass man sie für 35 Euro in jeder Apotheke so hätte haben können. Oder für eine Kräutermischung gegen Schmerzen, die gar nicht hilft.

So machen sie es

Viele Menschen finden sich auf Kaffeefahrten ein, weil sie vorher eine Gewinnbenachrichtigung erhalten haben. Bargeld, Reisen oder ein schönes Auto winken, aber nur, wenn man mitfährt. Den Gewinn gibt’s dann in aller Regel nicht – irgendetwas Kleingedrucktes oder Verklausuliertes verhindert, dass man das versprochene Glück einklagen kann.

Schon vor dem eigentlichen Verkaufsteil der Fahrt verwickelt der Anbieter einzelne Mitfahrende in ein vertrauliches Gespräch. Dass Familienangehörige so sehr von den Produkten profitiert hätten, dass er ja eigentlich gar nicht genug für alle Teilnehmer dabei hätte, dass es sich lohnen würde, sich sofort für zwei Packungen als Vorrat zu entscheiden.

Es kommt sogar vor, dass ein Vergleich mit der offiziellen Preisliste der Apotheker vorgenommen wird. "Rufen Sie ruhig mal in Ihrer Apotheke an, Sie werden selbst sehen, dass ich Ihnen das hier preiswerter gebe." Und tatsächlich: In der offiziellen Preisliste der Apotheken steht ein deutlich höherer Preis. Und das kommt so: Das Produkt ist in diesen Preislisten mit einem unverbindlichen Verkaufspreis gelistet, wird aber an Apotheken normalerweise gar nicht ausgeliefert, für den Verkauf in Apotheken nicht beworben. In der Liste steht ein "Mondpreis". Das ist erlaubt. Es gibt keine Preisbindung mehr für rezeptfreie Produkte. Auf den Kaffeefahrten kann der Verkäufer dann mit dem Preis runtergehen. Gemessen am Inhalt ist es immer noch zu viel Geld.

Viele Werbetricks der Verkäufer auf Kaffeefahrten sind übrigens gesetzlich durch das Heilmittelwerbegesetz verboten. Eine Liste dieser Verbote finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie lieber Ihren Arzt oder Apotheker!