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Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Medikamente heilen und lindern Krankheiten und sind oft lebensnotwendig, aber sie bergen auch Risiken und Nebenwirkungen. Wer ein Arzneimittel einnimmt und bei sich eine Nebenwirkung vermutet, sollte darüber mit seinem Arzt oder Apotheker sprechen. Dabei reicht der Verdacht aus, dass ein unerwünschter Effekt mit einem Medikament zusammenhängt. Beweisen muss das der Patient nicht. Auch Nebenwirkungen, die bereits im Beipackzettel aufgelistet sind, kann der Patient dem Apotheker mitteilen. Ob eine Nebenwirkung als möglicher Schaden den erwarteten Nutzen überwiegt, hängt dabei auch von der Erkrankung ab. Zum Beispiel würde man bei einem Abführmittel Haarausfall als Nebenwirkung nicht tolerieren. Der Nutzen eines Krebsmedikaments ist hingegen so groß, dass die gleiche Nebenwirkung in der Regel akzeptabel ist.
Für die Arzneimittelsicherheit sind Apotheker darauf angewiesen, dass die Patienten ihnen von individuellen Problemen mit den Medikamenten erzählen. Dabei haben die Apotheker mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, kurz AMK, ein effektives System, um Arzneimittelrisiken zu erfassen und deren Bedeutung zu erkennen. Die AMK sammelt alle Meldungen der Apotheken und gibt sie an die Bundesbehörden weiter. Die Behörden überprüfen und bewerten die Risiken. Bei unverhältnismäßig schweren Nebenwirkungen werden Medikamente durch die Behörden vom Markt genommen. Durch ein effektives Rückrufsystem kann die AMK innerhalb weniger Stunden flächendeckend dafür sorgen, dass ein risikobehaftetes Arzneimittel aus den Apotheken verschwindet. Mehr zur Arbeit der AMK lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. August 2010. Wir Apotheker wollen, dass Arzneimittel sicher bleiben. Helfen Sie uns dabei.
Dr. Andreas Kiefer
Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer und Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK)
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