Thrombosen bei Fernreisen PDF Drucken E-Mail
Bei der Thrombose handelt es sich um eine lokalisierte Blutgerinnselbildung bedingt durch eine gestörte innere Blutgerinnung meist an Stellen an denen Gefäßwandschäden vorliegen. Diese könnten z.B. durch arteriosklerotische Ablagerungen, durch Entzündungen oder auch durch stumpfe Verletzungen (Prellungen) hervorgerufen worden sein. Thrombosen können auch die Folge von Strömungsveränderungen in den Adern sein. Diese Strömungsveränderungen entstehen z.B. durch Krampfadern oder auch durch allgemeine Strömungsverlangsamung wie z.B. bei einer Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz; Altersherz). Symptomatisch für eine Thrombose ist eine tastbare Verhärtung des Venenstranges, keine Wassereinlagerung in dem betroffenem Gliedmaß, häufig eine Überwärmung und Schwellung sowie spontane Schmerzen im Venenverlauf. Die gefährlichste Phase in der Thromboseentstehung ist jedoch der nicht spürbare Beginn. Dies liegt daran, dass das Blutgerinnsel (der Thrombus), solange es noch klein ist, sich losreißen und wandern kann. In diesem Moment spricht man von einer Embolie. Die Folge könnte eine Lungenembolie, das Festsetzen des Thrombus in einer Lungenader sein. Die Folge: Eine Minderdurchblutung des Lungengewebes und daher eine ungenügende Sauerstoffaufnahme. Akute Atemnot bedroht dann das Leben.

Glaubt man den Statistiken, so erleiden 1,6 Personen von 10.000 Fernreisenden während der An- und Abreise eine Thrombose. Der Begriff Fernreisende umfaßt durchaus nicht nur Flugpassagiere. Auch Pkw-, Zug- und Busreisende gehören hierzu. Genau genommen alle Personen die länger als vier Stunden ohne Bewegung sitzen müssen. Durch die starke Winkelung des Kniegelenks wird der Blutfluß in der Hauptvene des Beins, ähnlich einem Knick im Gartenschlauch, behindert und somit die Strömungsgeschwindigkeit herabgestezt. Kommt auch noch durch starkes Schwitzen oder unzureichender Flüssigkeitszufuhr eine Verdickung des Blutes dazu, so maximiert sich die Thrombosegefahr.

Übergewicht, höheres Lebensalter, Rauchen, Einnahme hormoneller Verhütungsmittel oder Schwangerschaft sind weitere Risikofaktoren.

Wie schützen Sie sich?
Jeder sollte auf ausreichende Bewegung ( Fußgymnastik, Strecken-Beugen, Pausen mit Spaziergängen), reichlich Zufuhr antialkoholischer Getränke, nicht beengende Kleidung achten. Das Tragen von Stützstrümpfen, zur Erhöhung der Fließgeschwindigkeit des Blutes ist unbedingt zu empfehlen. Bei bekanntem erhöhtem Risiko sollten gar Kompressionsstrümpfe getragen werden. Diese werden Ihnen genau angemessen. In unserem Einzugsbereich kommen wir auch gern zu Ihnen nach Haus. Bei hohem Risiko sollten Sie Medikamente erhalten, die die Gerinnungsgefahr herabsetzen. Zu empfehlen ist der Beginn der Medikation ein bis zwei Tage vor und bis eine Woche nach der Reise, da Lungenembolien noch bis zu zwei Wochen nach einer Fernreise beobachtet wurden.