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Legionärskrankheit - Ein Evergreen im Hochsommer |
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(Legionellose) Die Legionärskrankheit hat ihren Namen von dem Ursprung ihrer Entdeckung. Nach einer Tagung amerikanischer Berufssoldaten in Philadelphia im Jahre 1976 erkrankten etliche Tagungsteilnehmer sowie unbeteiligte Hotelgäste an einer untypischen Lungenentzündung. Einige Erkrankte verstarben. Auf der Suche nach der Ursache stiess man auf die Legionellen, einer Bakterienart, die in einzelligen Lebewesen, wie Pantoffeltierchen, in Warmwasseranlagen vorkommen.
Jedes Jahr im Sommer gibt es Meldungen über Erkrankungen. Da in der Regel grössere Menschenmengen betroffen sind ist die Legionärskrankheit eine beliebte Schlagzeile. Legionellen sind weit verbreitet und kommen überall im Wasser vor. Bei Temperaturen von 25-55°C vermehren sie sich. Häufige Infektionsquellen sind Trinkwassersyteme, Klimaanlagen, Whirlpool und Luftbefeuchter. Da die Legionellen aber überall vorkommen, also auch in natürlichen Gewässern, wundert die Schlagzeile aus den Niederlanden: "Legionärskrankheit nach Besuch einer Gartenschau" nicht. Ein Keim im Wasser langt allerdings nicht um eine Gesundheitsschädigung hervorzurufen. Vielmehr ist die massenhafte Vermehrung der Erreger bei erhöhter Temperatur die eine Bedingung und die Andere, dass das verkeimte Wasser als Sprühnebel eingeatmet wird. Dies kann wie in diesem Jahr aus Spanien zu vernehmen war durch Inhalation von Duschnebel oder eben auch wie in Holland durch Inhalation von Springbrunnennebel geschehen. Wer meint die Legionärskrankheit wäre nur ein Erkrankungsrisiko von Menschen im Ausland, der täuscht sich gewaltig. Das Berliner Robert Koch Institut schätzt die Erkrankungsfälle in Deutschland auf 6.000 - 10.000 jedes Jahr.
Besonders gefährdet sind Personen über 50 Jahre, Raucher mit geschädigten Lungen, chronisch Kranke und Menschen, die Medikamente, wie Cortison, einnehmen, welche das Immunsystem unterdrücken. Die klassische Legionellose verläuft je nach Gesundheitszustand der betroffenen in bis zu 15 % aller Fälle tödlich. Sie äussert sich durch trockenem Reizhusten, Fieber, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf kommt es zu schleimigem Auswurf und nicht selten zu Hirnentzündungen mit Bewusstseintrübungen. Die Inkubationzeit beträgt zwei bis zehn Tage. Die Diagnose wird durch Nachweis von Antikörpern gegen Legionellen gestellt. Behandelt wird mit Antibiotika.
Die Zusammenhänge dieser Erkrankungen sind inzwischen allseits bekannt. Viele Massnahmen und Gesetze sind getroffen um die Gefahr zu minimieren. In Hotels, Schwimmbädern etc. sind Sicherungen installiert. Haben Sie Zweifel an getroffenen Hygiene und Desinfektionsmassnahmen so halten Sie sich von solchen Einrichtungen besser fern. Der Privatmann schützt sich zu Hause am besten dadurch das sein Warmwasserspeicher Temperaturen oberhalb von 65°C hat und ein kleineres Volumen als 400 Liter. Bei diesen Temperaturen sterben die Legionellen ab. Da prinzipiell Rohrleitungen idealer Vermehrungsbereich sind sollten die Leitungen zwischen Warmwasserboiler und Dusche nicht mehr als 3 Liter Wasser enthalten. Nach einem 14 tägigem Nichtbenutzen der Leitungen, wie zum Beispiel nach einem Urlaub, sollte das Wasser aus den Leitungen erst einmal mehrere Minuten abgelassen werden. |
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