Insektenstichallergie PDF Drucken E-Mail
Rund 3,3 Millionen Bundesbürger leiden an einer Insektenstichallergie. Jährlich müssen mehr als 3 000 vom Notarzt behandelt werden. 1997 wurden 14 Todesfälle nach Bienen- und Wespenstichen registriert. Am häufigsten führen Bienen- und Wespenstiche zu allergischen Reaktionen. Die zurückhaltenden Hummeln und die auch nachtaktiven Hornissen sind weniger agressiv und gefährlich. Die Experten raten, sich ein Notfall-Set mit flüssigem Kortison, einem flüssigen Antihistaminikum, einer Abschnürbinde und einer Pinzette zuzulegen und mit sich herumzutragen. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 19% der deutschen Bevölkerung bei einem Insektenstich eine gesteigerte örtliche Reaktion aufweisen. Hautreaktionen auf einen Insektenstich findet man bei rund 25% der Bevölkerung. Bei 0.8 - 5% der Bevölkerung kommt es nach einem Stich zu einer allergischen Allgemeinreaktion. Bis zu 70% der Insektengiftallergiker reagieren auf einen Bienenstich mit einer generalisierten allergischen Reaktion. Bei Wespenstichen sind es bis zu 50%.
Während bei allen anderen Allergien eine genetische Veranlagung vorhanden sein muß um eine Allergie zu entwickeln, ist dies beim Wespengift nicht der Fall. Statt dessen dürfte die Häufigkeit des Gestochenwerdens in einem gewissen Zeitraum für das Entstehen dieser Form von Allergien entscheidend sein. Bei den potentiell lebensbedrohlichen Insektenstich-Allergien kommt es scheinbar auf Dosis und "Verabreichung" des Gifts an. Offenbar ist eine Abfolge von drei Stichen in einem Abstand von jeweils rund drei Wochen für die Entwicklung einer solchen Allergie notwendig. Typische Anzeichen einer durch einen Insektenstich ausgelösten allergischen Reaktion - in Deutschland kommen hierfür in erster Linie Honigbienen und Faltenwespen in Frage - sind Hautausschläge, Schweißausbrüche, Schwindel, Zittern, Übelkeit, Erbrechen und Pulsrasen.
 
Der Betroffene erlebt oft auch ein wachsendes Gefühl von Atemnot und Panik. Schlimmstenfalls kommt es zum anaphylaktischen Schock mit raschem Blutdruckabfall und Bewußtlosigkeit, der ohne sofortige ärztliche Behandlung tödlich enden kann. Diese Todesfälle sind besonders tragisch, da sie im Regelfall durch eine spezifische, hyposensibilisierende Immuntherapie - auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt - zu verhindern gewesen wären. Die Dauer einer spezifischen Immuntherapie liegt in der Regel zwischen 3 und 5 Jahren. Durch die regelmäßige ,Impfung' mit dem Allergen in die Haut versucht, eine Immuntoleranz herbeizuführen. Der Verlauf der Therapie wird durch Hauttests und Laboruntersuchungen kontrolliert. Die Erfolgschancen bei der spezifische Immuntherapie mit modernen molekular definierten Allergenen sind besonders bei der Insektengiftallergie erfreulich hoch und liegen bei nahezu 98 Prozent. Drei Monate lang erfolgt das mit steigender Dosis einmal pro Woche, die weiteren mehrere Jahre dann mit einer Erhaltungsdosis einmal im Monat. Zumeist bleiben die Patienten dann jahrelang ohne Symptome, sollten sich wieder welche einstellen oder gemilderte stärker werden, kann neuerlich eine - diesmal kürzere - Therapie erfolgen. Auf Grund der drohenden Gefahr einer ernsten systemischen (Ganzkörper-) Reaktion stellt eine regelmäßig aufgefrischte spezifische Hyposensibilisierung somit eine lebensrettende Langzeitmaßnahme dar. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte eine Hyposensibilisierung vor Eintritt einer Schwangerschaft durchgeführt werden, da ein Schockzustand nach einem Insektenstich das Leben des ungeborenen Kindes gefährden kann.

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"Sofortmassnahmen bei Bienen- und Wespenallergien"
"Was im Körper bei Insektengiftallergikern passiert"