Nach welchen Richtlinien sollten Sie sich ernähren?
Purinarme Ernährung allgemein: Gichtkranke sollten sehr purinreiche Nahrungsmittel (z. B. Innereien, bestimmte Fisch- und Gemüsesorten) meiden. Die tägliche Gesamtmenge an Fleisch, Wurst und Fisch sollte bei höchstens 100 bis 150 g liegen. Statt dessen kann man auf günstige Eiweißlieferanten wie fettarme Milchprodukte und Eier zurückgreifen. Die tägliche Kalorienzufuhr sollte so bemessen sein, daß ein normales Körpergewicht erreicht bzw. nicht überschritten wird. Außerdem sollte die Nahrung fettarm sein und bevorzugt pflanzliche Speiseöle und -fette verwendet werden. Der Alkoholkonsum ist einzuschränken.
Flüssigkeitszufuhr: Mindestens zwei bis drei Liter sollte die tägliche Flüssigkeitszufuhr betragen , um ca. 1,5 bis 2 Liter Urin, über den die Harnsäure ja ausgeschieden wird, zu produzieren.
Wie können häufige Fehler vermieden werden?
Eine übermäßige Nahrungsaufnahme (Festessen) ist zu vermeiden, da diese einen Gichtanfall auslösen kann. Keine Fastenkuren vornehmen, da dann sehr viel eigene Körperzellen abgebaut werden. Die Harnsäurekonzentration im Blut steigt an. Nie wegen fehlender Beschwerden die Diät vernachlässigen. Soweit erforderlich, sind Harnsäure senkende Medikamente regelmäßig einzunehmen. PH-Wert des Urins auf 6,6- 6,8 einstellen. Harnsäure kristallisiert nicht mehr aus; Harnsäuresteine können sogar gelöst werden. Purine: Direkte Auslöser eines Gichtanfalls
Muskelfleisch Tierische Haut z.B. Geflügelhaut, Fisch und Schwarte enthalten sehr viel Purine Fett: Verhindert die Ausscheidung von Harnsäure in der Niere. Fett begünstigt die Bildung von "Ketonkörpern", die in der Niere die Ausscheidung von Harnsäure verhindern. Alkohol: Erhöht Harnsäurekristallisation und hemmt die Harnsäureausscheidung! Durch Alkoholabbau wird das Säure-Basen-Gleichgewicht gestört, der Körper wird "sauer" und Harnsäure kristallisiert schneller aus. Weiterhin wird Alkohol (Ethanol) abgebaut zu Essigsäure, welche mit Harnsäure um die Ausscheidung konkurriert. Ein üppiges Mahl, das mit Alkohol genossen wird ist die beste Voraussetzung für einen Gichtanfall. Die Effekte addieren sich und führen zum akuten Gichtanfall. Ernähren sie sich überwiegend:
kohlenhydratreich ballaststoffreich fettarm Purine vermeiden! Hohe Purinanteile sind enthalten in : Tierhaut: Schwarte, Fisch- und Geflügelhaut Fleisch, 1-2x pro Woche Räucherfisch Fischkonserven Hülsenfrüchte Pilze Spargel Spinat Kohlgemüse, hefehaltige Lebensmittel, Getreidekeimlinge!
Purinarm sind: wasserreiche Gemüse mageres Muskelfleisch von Fisch, Geflügel, Rind Nudeln Reis, Getreideprodukte Purinfrei sind: Milch, Milchprodukte Käse Eir Kartoffeln, Kartoffelprodukte Obst alle alkoholfreien GetränkeMerke: Es gibt keine Regel die besagt, dies ist verboten und das ist erlaubt. Entscheidend ist immer die Gesamtmenge der mit der Nahrung aufgenommenen Purine. Denn: Ein Lebensmittel mit wenig Purinen kann in grosser Menge genossen genauso falsch sein wie eins von dem man weiss, dass es hohe Purinanteile beinhaltet.
Die Gesamtpurinzufuhr eines Tages sollte nicht höher als 500 mg sein. Bei Menschen mit sehr hohen Harnsäurekonzentrationen (z.B. direkt nach einem Gichtanfall) nicht höher als 300 mg. |