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Es werden ständig Möglichkeiten zum Abnehmen angeboten, wobei der Schlankheitswahn oft vor dem Gesundheitsbewußtsein kommt. Denn wenn man die diversen Vorschläge unter dem Aspekt der Gesundheit betrachtet, kann man von vielen nur dringend abraten.
Wer wenige Wochen vor dem Urlaub noch die störenden 10 Kilogramm aus dem Körper, in Wirklichkeit Bikini, herausbekommen will, greift vielleicht ohne zu überlegen nach dem erst Besten, scheinbar rettenden Strohhalm. Dies mag eine Diät oder auch ein diätetisches Lebensmittel oder gar der "fettverbrennende" Saunaanzug sein. Doch bei geeignetem Fachwissen zeigt schon eine einfache Rechnung, daß hier unhaltbare Versprechen gemacht werden, denn ein Kilo Körperfett liefert uns 7000 Kilokalorien. Ein durchschnittlich arbeitender Mensch verbraucht pro Tag 2000-2500 Kilokalorien. Also kann bei Nulldiät ( es wird nichts gegessen) ein Kilo Fett in drei Tagen abgebaut werden. Für 10 Kilo sind also mindestens 30 Tage notwendig. Wer mehr verspricht lügt, oder verwechselt verlorenes Fett mit verlorenem Wasser oder verlorener Muskelmasse. Gewichtsreduktion durch Wasserverlust bringt nichts, denn der Körper braucht das Wasser und nimmt es sehr schnell wieder auf. Sie kennen diesen Vorgang beispielsweise vom Saunagang. Was dort ausgeschwitzt wird muss hinterher getrunken werden. Das ist gut so, denn sonst würden Sie verdursten bzw. vertrocknen. Gewichtsverlust durch Muskelmassenabbau (auch der Herzmuskel bleibt nicht verschont) ist auch nicht sinnvoll, da Muskeln ja schliesslich die Kalorien verbrennen. Entsprechen: Viele Muskeln verbrennen viele Kalorien, wenige Muskelnverbrennen wenige Kalorien.
Eine Gewichtsreduktion kann folglich maximal bei 350 g pro Tag liegen. Und ich will im Folgenden auch nur Kostformen betrachten, die diesem Mindestanspruch genügen.
Reduktionskostformen im Vergleich
Grundsätzlich gilt: werden weniger als 1800 Kcal gegessen kommt es zur Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen und diese sollten zusätzlich eingenommen werden.
Diät: Nulldiät Durchführung: es wird nichts gegessen Folgen: schnelle Gewichtsabnahme, aber es geht auch viel Eiweiß verloren, daraus bestehen die Muskeln, durch die verlorene Muskulatur und durch Gewöhnung werden weniger Kalorien verbraucht, als bisher. Das heißt, wenn die Diät beendet wird kommt es zu einer sehr schnellen Gewichtszunahme. Risiken: es fehlen essentielle Nährstoffe, da nur Fett und Eiweiß zur Verfügung stehen werden Leber und Nieren belastet, durch Hyperlipidämie kann es zu Arterienschädigungen bis hin zum Herzinfarkt kommen. Vitamine und Mineralstoffe können nicht vollständig über Nahrungsergänzungsmittel substituiert werden, da einige zur Aufnahme im Körper Fett brauchen. Diät: Atkins-, Hollywooddiät, Trennkost Durchführung: es wird auf einen Nahrungsbestandteil, meistens Kohlehydrate, ganz oder im Wechsel verzichtet es wird auf einen Nahrungsbestandteil, meistens Kohlehydrate, ganz oder im Wechsel verzichtet Folgen: durch die einseitige Ernährung kommt es zum Ekel vor den erlaubten Speisen und so ist durch geringe Kalorienaufnahme eine schnelle Abnahme möglich, aber die bisherigen Ernährungsgewohnheiten ändern sich nicht, also folgt nach dem Ende der Diät eine schnelle Gewichtszunahme Risiken: die Belastung des gesamten Stoffwechsels durch die unausgewogene, einseitige Kost ist sehr groß, Herz-, Leber- und Nierenschäden sind nachgewiesen, und sie soll sogar zu einem erhöhten Krebsrisiko führen. Diät: Kaloriendefinierte Diäten Durchführung: es wird genau nach Plan gegessen Folgen: die Nahrungsbilanz stimmt und es kommt trotz Kalorienreduktion nicht zu Mangelerscheinungen, wenn man exakt nach Plan ißt, also alles, ob es schmeckt oder nicht. Das Gewicht wird reduziert. Da nach Vorgabe gegessen wird und nicht nach eigenem Geschmack fehlt auch hier der entscheidende Lerneffekt und nach erfolgreicher Abnahme beginnt in der Regel die erfolgreiche Zunahme. Risiken: während der Kalorienreduktion schaltet der Körper auf Sparflamme und nach der Diät werden weniger Kalorien verbraucht als vorher, wenn aber das Gleiche gegessen wird, ist die Gewichtszunahme jetzt höher als vorher. Man wird noch dicker! Ein Teufelskreis beginnt.
Die vernünftige Form der Gewichtsreduktion
Abnehmen durch Umdenken:
Man analysiert, was man ißt und trinkt, wann man ißt und trinkt und warum. Man lernt was in der Nahrung (dazu gehören auch Getränke) enthalten ist, was man braucht (essentielle Nährstoffe),und was nur dick macht. Grund- und Leistungsumsatz werden ermittelt und dann ein realistisches Zielgewicht festgesetzt. Anhand der Ernährungsanalyse wird eine langsame Kostumstellung geplant. In Zusammenarbeit von Ernährungsberater und Patienten, wird nach Ersatz für zu hochkalorische Nahrungsmittel gesucht. Jetzt wird gegessen, und zwar nicht nach Vorgaben, sondern in eigener Entscheidung und Verantwortung, unter Berücksichtigung des Erlernten. Für auftretende Fragen steht immer noch die Ernährungsberatung zur Verfügung. So gewöhnt sich der Einzelne an ein neues, dem Bedarf angepaßtes Essverhalten und der Speiseplan berücksichtigt immer noch Vorlieben und Abneigungen. Es findet also ein echter Lernprozess statt, der zu einem dauerhaften Gewichtsverlust führt. Die Kilos, die über Jahre angegessen wurden verschwinden langsam, aber stetig.
Zusammenfassung:
Ein realistisches Ziel Erreichbare Zwischenschritte Hilfe zur Selbsthilfe Dauerhaftes Umdenken und Umlernen Sich nicht verplanen lassen, sondern lernen selbst zu planen So sieht ein vernünftiger Weg zur Gewichtsreduktion aus. Problem bei der Durchführung: Hier liegt das einzige Problem am Anfang, offensichtlich scheuen sich viele Menschen davor, lernen zu müssen und eigenverantwortlich zu handeln, also läßt man andere bestimmen und hofft auf Wunder.
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