"Nein" für Teststreifen ein echter Rückschritt PDF Drucken E-Mail
Bislang gab es für alle Typ-2-Diabetiker Teststreifen auf Kosten der Krankenkasse. Die Crux: Mitte des Jahres entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) darüber, ob er der Empfehlung des "Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit" (IQWiG) folgt, Typ-2-Diabetikern, die kein Insulin spritzen, Teststreifen künftig nicht mehr zu erstatten. Dann müssten Betroffene aus eigener Tasche zahlen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer Ausgabe vom 1. April 2010. Ein Dilemma, denn die Streifen sind teuer, aber für Menschen mit Diabetes wichtig, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, ihren Führerschein loszuwerden. "Diabetiker dürfen sich mit deutlich erhöhten wie auch mit zu tiefen Blutzuckerwerten nicht ans Steuer setzen", so Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer, Diabetes-Zentrum Mergentheim. Und sie werden juristisch zur Verantwortung gezogen, wenn sie es doch machen und aufgrund dessen einen Unfall verursachen. Vermeiden lässt sich das nur, wenn man als Diabetiker bei Verdacht auf sehr hohe und vor allem auf zu tiefe Blutzuckerwerte vor der Fahrt den Zucker testet.

Doch nicht nur wegen des Autofahrens hält Kulzer das "Nein" des IQWiG zur Blutzuckermessung für fragwürdig: "Nach meiner festen Überzeugung ist besonders zu Beginn der Erkrankung für alle Typ-2-Diabetiker eine Blutzucker-Selbstkontrolle sehr wichtig, um hohe Werte überhaupt mitzubekommen, denn sie sind ja nicht spürbar." Zudem sei es für Patienten bedeutsam, zu lernen, wie sich Essen, Trinken oder körperliche Bewegung auf den Blutzucker auswirken.
 

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