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Diabetes und Depression: Den Teufelskreis durchbrechen |
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Diabetiker, die bei sich Anzeichen einer Depression wahrnehmen, sollten dies möglichst bald gegenüber einem Arzt ihres Vertrauens zur Sprache bringen. Dies rät Professor Dr. Johannes Kruse, Leiter der Klinik der Psychosomatik und Psychotherapie an der Uniklinik Gießen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Oktober 2010. Denn eine Depression erschwert die Behandlung des Diabetes. Die daraus folgenden noch schlechteren Blutzuckerwerte verstärken wiederum die depressiven Gefühle.
Umgekehrt erhöht eine Depression auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das liege unter anderem an einem ungesunderen Lebensstil mit weniger Bewegung, so Kruse. Hinzu komme aber auch ein veränderter Stoffwechsel, wodurch die Körperzellen nicht mehr ausreichend sensibel auf Insulin reagieren.
Viele Betroffene leiden an einem geringen Selbstwertgefühl. "Oft geben sie sich selbst die Schuld an ihrer Misere", erläutert Kruse. Entscheidend sei, sich klar zu machen, dass die Selbstabwertung Teil des Krankheitsbildes Depression ist. Wer dieses Bewusstsein nutzt, um professionelle Hilfe zu suchen, hat eine Chance, der Abwärtsspirale zu entkommen. Zwei Möglichkeiten der Behandlung stehen dem Arzt zur Verfügung: die Psychotherapie und der Einsatz antidepressiver Arzneimittel. Angst vor der Arzneitherapie müssen Patienten nicht haben. "Arzneimittel, die speziell gegen Depressionen eingesetzt werden, machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit", erklärt Kruse.
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